Rein Gold Perle - Katharina Baumann
Individuelle Schmuckgestaltung aus Meisterhand

Altgold wiederverwenden - Schritt für Schritt - Herstellung


Altgold zu Anhänger und Ohrstecker gearbeitet

Altgold vorher - nachher

Für die Herstellung von Eheringen, Verlobungsringen oder anderen Schmuckstücken, eignet sich eine frische Legierung aus Feingold, Legierkupfer, Feinsilber oder Palladium am besten.

Allerdings ist es auch unter Umständen möglich, vorhandenes  Altgold des Kunden  für die Anfertigung zu benutzen.

Wie z. B. hier auf dem Foto abgebildet, kann aus Altgold neuer Schmuck entstehen. Es können auch die Edelsteine in die Gestaltung der neuen Schmuckstücke mit eingebunden werden. So sind diese Weißgold Ohrstecker mit Diamanten und ein Weißgold Anhänger mit Diamanten und einem Rubin entstanden.

Doch dafür muss das Altgold mit viel Sorfalt für eine Weiterverarbeitung vorbereitet werden.

Altgold Aufbereitung

  1. Der Feingehalt muss genau geprüft werden und das Altgold wird nach Feingehalt (Legierung z.B. 585/-) und Farbe (Weißgold, Gelbgold) sortiert und einzeln weiter verarbeitet
  2. Die einzelnen Altgold Legierungen müssen dann gereinigt und von allen anderen Stoffen getrennt werden (z.B. Steine, Nichtedelmetalle wie z.B. Eisen, alte Lotstellen)
  3. Das Altgold muss nun je Legierung einzeln in verdünnter Schwefelsäure ausgekocht werden, um die restlichen Verunreinigungen zu entfernen.
  4. Erst jetzt kommt das Altgold in den Schmelztiegel. Das Altgold wird nun auf über 1000° erhitzt, bis es flüssig wird und sich eine spiegelnde Oberfläche bildet.
  5. Durch die Zugabe eines chemischen Goldreinigungspulvers in das flüssige Gold im Schmelztiegel, werden alle Verunreinigungen aus dem Gold entfernt.
  6. Das flüssige Gold kann nun in die Eisenkokille eingegossen werden. Dies erfordert einiges Wissen und Geschick, da bei falscher Technik das flüssige Gold wieder oben aus der Öffnung hochspritzen kann.

Alle Schritte müssen  je  Altgold Legierung durchgeführt werden!
Also wenn z. B.
Altgold mit den Gelbgold Legierungen 333/- und 585/ und 750/- angeliefert wurde, müssen die Schritte 2 - 6 insgesamt 3 mal durchgeführt werden - da je Legierung 1 mal.

Nun hat man nach dem Erkalten aus dem Altgold jeweils eine Goldstange in den Legierungen 333/-  und 585/- und 750/-.

Diese Technik zur Aufbereitung von Gold funktioniert hervorragend bei Gelbgold und Rotgold. Bei Weißgold ist es aufgrund der Zusätze in der Legierung (Nickel oder Palladium) leider nicht immer machbar.

Bei Zahngold ist es gar nicht möglich, da in der Zahngoldlegierung weitere Metalle einlegiert sind, die in einer Schmucklegierung nichts zu suchen haben. Diese Zusatzmetalle machen das Zahngold extrem hart und es lässt sich nicht weiterverarbeiten. Hier bleibt nur die Möglichkeit das Zahngold zu einer Goldscheideanstalt zu schicken. Gerne helfen wir Ihnen auch hier weiter.


Umlegierung des aufbereitenen Altgoldes

Mit der abgeschlossenen Aufbereitung des Altgoldes ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen, denn bei einer Anfertigung entscheidet sich der Kunde meistens für eine bestimmte Legierung z. B. 585/- Gelbgold. Somit muss das ehemals Altgold erst zusammen auf diesen bestimmten Feingehalt legiert werden.

  • Jede der 3 entstandenen Goldstangen wird einzeln genau gewogen und die enthaltenen Bestandteile von Feingold, Feinsilber und Legierkupfer jeweils genauestens ausgerechnet.
  • Je nach Menge der unterschiedlichen Legierungen muss neues Feingold, Feinsilber oder Legierkupfer hinzugefügt werden. Die Grammzahlen werden genauestens ausgerechnet und abgewogen.
  • Jetzt kommt das ehemals Altgold zusammen mit den neuen Bestandteilen Feingold, Feinsilber oder Legierkupfer in den Schmelztiegel. Die Bestandteile werden abermals auf über 1000° erhitzt, bis sie sich alle restlos verflüssigt haben und sich eine spiegelnde Oberfläche bildet.
  • Die neu entstandene Goldlegierung kann nun in die Eisenkokille eingegossen werden.
  • Das flüssige Gold erkaltet schnell in der Kokille und wird wieder fest, so dass es rausgenommen und im Wasser abgeschreckt werden kann.

Nach dieser sehr aufwendigen Verarbeitung, wurde aus dem gemischten Altgold wieder eine schöne Goldlegierung. Diese kann man nun zur Anfertigung von einem neuen Ring, Anhänger und natürlich auch Trauringen / Partnerringen verarbeiten.

Das Gold kann jetzt geschmiedet und entsprechend gewalzt werden.


Fazit

Altgold für die Neuanfertigung von Schmuck zu verarbeiten ist möglich. Besonders geeignet dafür ist Gelbgold und Rotgold.

Es ein aufwendiges Verfahren nötig, um das Altgold wieder verwendbar zu machen, doch gerade bei größeren Mengen kann es sich sehr lohnen.


Haben Sie auch Altgold, das Sie gerne zu einem neuen Schmuckstück gearbeitet hätten? Kontaktieren Sie uns bitte - wir beraten Sie gerne diesbezüglich.  > Kontakt

Rein Gold Perle - Katharina Baumann Solingen, 16.09.2015